Sitzungsbericht vom 09.07.2010 - Waldbegang
Tagesordnung
1. Waldbegehung
Die Vielfalt der Standorte im Rangendinger Gemeindewald in Bezug auf Baumarten und Geologie in den Gewannen „Bodelshauser Kopf“, „Bräunles Berg“ und Blick auf die „Hochburg“
2. Verschiedenes
Am Freitagnachmittag, dem 09.07.2010 fand bei ordentlicher Hitze der diesjährige Waldbegang des Gemeinderats statt, an der wie gewohnt Oberforstrat Schmidt und der für unseren Wald zuständige Revierförster Hubert Münch teilnahmen. Die Waldbegehung stand unter dem Thema „Die Vielfalt der Standorte im Rangendinger Gemeindewald in Bezug auf Baumarten und Geologie in den Gewannen Bodelshauser Kopf und Bräunlesberg“ worüber die Forstfachleute an verschiedenen Haltepunkten sehr interessante Ausführungen machten.
Die Begehung begann mit Ausführungen zur Geologie und deren Einfluss auf den Wald. Für unsere Böden, vom schwäbisch-fränkischen Schichtjura geprägt, sind wechselnde Schichten aus Sedimentablagerungen zur Bildung der typischen Keuperlandschaft (Gipskeuper) charakteristisch. Die Schichten beinhalten schluffigen Tonboden als auch sandige Böden. Im Winter sind sie nass, schwer und klebrig und neigen im Sommer auszutrocknen. Der Boden ist einer der Hauptfaktoren für den Waldbestand und dessen Wuchs. Anhand der Bodenkartierung, die in den 60er Jahren landesweit aufgenommen wurde, bilden sich nach den geologischen Beschaffenheiten die verschiedenen Regionen, innerhalb dieser wiederum die verschiedenen Wuchsgebiete. Der Bodenart lässt sich der ihr typischerweise zugehörige Naturwald mit seinen jeweiligen Baumarten zuordnen.

Im Laufe der Wanderung durch den Wald zeigte sich nicht nur die Vielfalt der geologisch geprägten Standorte sondern auch deren engmaschiger Wechsel. Die Baumarten müssen zum Standort passen. Um dem Wald zu einem gesunden Wachstum zu verhelfen, muss der Förster seine „Stellschrauben“ justieren. Zu den Standorten gibt es ein Punktesystem zu den verschiedenen Stondort-Baum-Kombinationen, zu denen die Faktoren Pfleglichkeit, Risiko und Leistung je Baumart bewertet werden. Schlechte Noten für eine Baumart an einem Standort ziehen einen hohen Pflegeaufwand mit entsprechendem Zeit- und Geldaufwand nach sich. Ein trockener Standort, wie im unteren Bereich Bodelshauser Kopf zeigt eine Dominanz von Eiche, Hainbuche und Kiefer. Sogar die eher seltene Elsbeere ist zu finden. Der Wald ist an solch trockenen Standorten nicht sehr leistungsfähig. 200 fm oder 36 fm/ha wurden im vergangenen Jahr geerntet. Auf den Eicheneinschlag hat man aus Preisgründen bei diesem Einschlag allerdings verzichtet. In kurzer Entfernung wird der Boden frischer, sprich feuchter. Mit zunehmender Feuchtigkeit steigt die Dominanz der Buche und hinzukommender Weißtanne, Eiche und Kiefer werden zurückgedrängt. An noch frischeren Standorten verschwindet dann die Eiche, dafür kommt die Fichte hinzu, was die Waldwirtschaft lukrativer macht, so die Aussage der Forstleute. Im vorigen Hiebjahr konnten an einem solchen Standort 372 fm bzw. 83 fm/ha eingeschlagen werden. Da Buchen im Vergleich mit den Fichten nur halb so schnell wachsen und nur 70 % des Verkaufswertes der Fichte erbringen, könne auf die Fichte als „Brotbaum“ nicht verzichtet werden, obgleich sie aufgrund der Klimaveränderungen seltener werden wird. In stabilen Beständen wird die Fichte aber weiterhin als Mischbaumart eingesetzt werden. Für den Gemeinderat war die Waldbegehung eine interessante Veranstaltung, die einige neue Erkenntnisse über die Faktoren der Waldbewirtschaftung erbrachte. Sie zeigte, dass der Wald selbst in seiner großen Gesamtheit ein feingliedriges Gefüge besitzt, das vielerlei Beachtung verlangt. Bürgermeister Widmaier bedankte sich deshalb herzlich bei den Herren Schmidt und Münch.
